Archiv der Kategorie 'Kommunismus'



In Gedenken an Ivana Hoffmann

Ivana Hoffmann

Termine zum Gedenken an Ivana Hoffmann:

Duisburg:

EUROPAWEITE DEMO ZUM GEDENKEN
AN DIE GENOSSIN IVANA

DEMO: Amtsgericht Homborn
(Duisburger Str. 220, 47166 Duisburg)
13:00 Uhr / 14.03.2015 Samstag

GEDENKVERANSTALTUNG: ab 15 UHR
Sultan Düğün Salonu
(Markgrafenstr. 130, 47166 Duisburg)

Berlin:

Demo: In Gedenken an Ivana Hoffmann

Freitag, 13.03.2015, 20 Uhr, U-Bhf Kottbusser Tor

Hier ist diese Veranstaltung auf Facebook: https://www.facebook.com/events/415244468642879/

Stuttgart:

„Um unserer jungen Kämpferin zu gedenken rufen wir alle solidarischen Menschen auf, sich an der Gedenkveranstaltung in Stuttgart zu beteiligen.“

Freitag, 13.03.15, 18:30 Uhr, Linkes Zentrum Lilo Herrmann,Böblinger Straße 105, 70199 Stuttgart

weitere Termine werden ggf. ergänzt



Internationalistin Ivana Hoffmann in Til Temir gefallen

Ivana Hoffman

Die 19- jährige deutsche Internationalistin mit afrikanischen Wurzeln Ivana Hoffman (Codename: Avaşin Tekoşin Güneş) hat als Kämpferin der MLKP ihr Leben im Kampf gegen den IS in Til Temir verloren. Im Folgenden veröffentlichen wir die vollständige Erklärung der MLKP:

„Unsere Genossin, unsere Waffenfreundin, die Quelle der Freude unserer Einheit Avaşin Tekoşin Güneş haben wir in Til Temir in die Unendlichkeit verabschiedet. Unser Schmerz ist groß. Unsere Wut so groß wie die Berge. Unsere kommunistische Genossin Avaşin mit afrikanischen Wurzeln in Deutschland geboren, ist um 3.00 Uhr morgens am 7. März in Til Temir bei einem Angriff der IS-Banden als Märtyrerin gefallen.

Gegen die seit Tage anhaltenden blutigen Angriffe der IS-Banden auf assyrische Dörfer in Til Temir hat unsere Genossin Avaşin in der vordersten Front mit ihrer Waffe Widerstand geleistet. Bei diesem Gefecht wurden dutzende Bandenmitglieder getötet. Unsere Genossin Avaşin hat bis zu ihrer letzten Kugel zusammen mit den Kämpfern der YPG-YPJ den Vorstoß der Banden gestoppt und ein Widerstandsepos geschrieben.

Sie haben Barrikaden der Freiheit gegen den Vorstoß der Banden auf Til Temir errichtet, den diese nach ihrer Niederlage in Til Hemis und Til Barak vorgenommen hatten. Sie haben die Pläne der Banden Til Temir einzunehmen, den Weg Haseki unter Kontrolle zu nehmen um neue Massaker zu verüben ins Leere laufen lassen.

Dem Vorstoß der IS wird immer noch mit einem großen Widerstand begegnet. Die Kräfte der MLKP, YPG und YPJ bauen eine unglaubliche Front des Widerstands auf. In Til Temir wird ein Epos geschrieben. Dieser Epos wird mit dem blutigen Tod der Frauen und Männer von MLKP-YPG und YPJ geschrieben.

Unsere Genossin Avaşin Tekoşin Güneş, die mit wahrem Namen Ivana Hoffman heißt, wurde am 1. September 1995 in Deutschland geboren. Sie hat mit jungen Jahren unsere kommunistische Jugend kennengelernt und in ihrer Stadt aktive Aufgaben übernommen; sie hat verschiedene Aufgaben im Kampf angenommen. Unsere aktive Kämpferin hat sich seit 6 Monaten in Rojava befunden und an verschiedenen Stellungen im Kanton Cizire Aufgaben angenommen. Zuletzt hat sie den Platz in den Einheiten angenommen die in Til Temir die Angriffe der Is zurückschlagen; seit dem ersten Tag war sie an erster Front.

Unsere Genossin Avaşin war eine Kommunistin die in die Freiheit verliebt war, die Rechenschaft fordern wollte. Eine Internationalistin die den Schmerz der Völker zutiefst fühlen konnte. Sie hat den Kampf der kurdischen und türkischen Völker gegen den Schmerz, gegen die faschistische Diktatur, gegen die Ausbeutung als ihre Lebensphilosophie angenommen. Sie liebte es kurdische Lieder zu singen. Sie sprach türkisch und kurdisch.

Avaşin legte alles aus dem Europa nieder, für das Menschen tausende von Dollar bezahlen um dort hinzukommen und nahm Platz an unseren Völkern und wurde mit ihrer Praxis ein Beispiel. Sie hat als internationalistische Kommunisten, dem Ruf der Revolution ihr Ohr gegeben. Sie ließ ihren Blick nach Kurdistan gleiten. Sie sah die Freiheit der kurdischen Gesellschaft als ihre eigene Gesellschaft an. Unsere Genossin Avaşin ist mit ihrer Haltung in den kommunistischen Arbeiten in Europa, ein Beispiel für die Loslösung von allen Fesseln ein Beispiel geworden. Statt eines anderen geordneten Lebens, hat sie sich für die Revolution entschieden.

Unsere Genossin Avaşin glaubte daran, dass die Revolution in Rojava ein Beispiel für die Region werden konnte und deshalb unbedingt leben müsse. Die Verteidigung der Revolution war eine Verteidigung für die Zukunft. Sie war nicht nur eine Kämpferin, gleichzeitig war sie ein Parteimitlied mit der Tendenz zu höheren. Es war ihr Traum nach der Revolution in Rojava Platz im Kampf in der Türkei und in Nordkurdistan zu nehmen. Sie war eine Sucherin der Freiheit.

Ihre Träume sind unsere Träume, ihr Weg ist unser Weg, ihr Gedenken ist unsere Würde.

Avaşin Tekoşin Güneş, ist unsterblich!!

Artikel auf rf-news.de: http://www.rf-news.de/2015/kw11/19-jaehrige-internationalistin-ivana-starb-im-kampf-gegen-die-faschistischen-is-banden-gefallen



Kurdistan: Es geht um Solidarität mit Menschen, die kämpfen!

Interview mit Nilüfer Koç, Ko-Vorsitzende des Kurdischen Nationalkongresses, einem Zusammenschluss von 45 kurdischen Organisationen, vom 25. August 2014. Nilüfer Koç befindet sich gegenwärtig in Erbil (Irakisch-Kurdistan).

Interview Nilüfer Koc

Kamen die Angriffe der ISIS/„IS“ („Islamischer Staat“) auf Sindschar überraschend?
Nachdem ISIS im Irak die Stadt Mossul eingenommen hatte, hat sie systematisch ihre Expansionsbestrebungen auf Irakisch-Kurdistan gerichtet. Seit zwei Jahren versuchte man die kurdische Autonomie, die in Rojava ausgerufen wurde, von der Landkarte wegzubekommen. Allerdings ist es der ISIS nicht gelungen, die Demokratische Autonomie von Rojava zu besiegen. Weshalb sie jetzt ihren Krieg auf Irakisch-Kurdistan verlagert hat.
Etwa zwei Wochen vor der Einnahme von Mossul hat die ISIS versucht, die gesamte Grenzlinie zwischen Syrien und dem Irak einzunehmen. Zwei Wochen, bevor Sindschar angegriffen wurde, hatten bei den Kämpfen an diesen beiden Frontlinien die YPG (Volksverteidigungskräfte Rojavas) und YPJ (Einheiten der Frauen) die ISIS dort zurückgeschlagen. Der Angriff auf Sindschar war also auch ein Racheakt.
Die ISIS hatte vor, nach Mossul auch Sindschar einzunehmen und von da aus sich weiter über Kirkuk/Erbil und weiter zentral nach Irakisch-Kurdistan sowie Irak zu verlagern.
Die PKK hatte bereits lange Zeit, bevor die ISIS Sindschar angegriffen hat, die Demokratische Partei Kurdistans (KDP) unter Führung Barzanis über diese Absichten informiert und sie darum gebeten, dass das Gebiet um Sindschar gesichert wird. Die KDP hatte zugesichert, es würde keine Probleme geben.

Wer stoppte schließlich die Angriffe auf die Menschen in Sindschar – die USA, die Peschmerga-Einheiten, oder waren es die YPG-Truppen gemeinsam mit der PKK-Guerilla?

Ich war zu der Zeit in Erbil und habe persönlich die ganzen Entwicklungen Stunde für Stunde mitbekommen. Als in der Nacht zum 3. August Angriffe auf Sindschar stattfanden und die Peschmergas der KDP nicht in der Lage waren zu verteidigen, konnten die Gruppen der YPG und YPJ, die in der Nähe waren, schnell intervenieren.
Das erste, was diese kleineren Einheiten gemacht haben, war der Versuch, einen sicheren Korridor von der Stadt in die Bergregion zu eröffnen. Durch ihren Begleitschutz konnten Tausende von Menschen Schutz in den Bergen finden. Am dritten Tag gab es Verstärkung, als die PKK ihre eigenen Einheiten dorthin geschickt hat im Einvernehmen mit der kurdischen Regierung und damit auch der KDP.
Die Peschmergas sind nicht ausgerüstet gewesen für einen Kampf gegen eine terroristische Organisation wie die ISIS, denn diese wenden Guerillataktiken an. Zum anderen haben die YPG/YPJ und die PKK mehr Erfahrungen mit der ISIS aus dem zweijährigen Kampf gegen diese terroristischen Einheiten. Sie waren flexibler, waren fähiger gewesen, diese zu bekämpfen.
Die Intervention der USA war sehr, sehr spät. Erst als die YPG/YPJ und die PKK breite Flächen von Sindschar unter Kontrolle hatten und bereits angefangen hatten, yezidische Kurden für die Selbstverteidigung zu trainieren. Weder in Sindschar noch in Maxmur war die Intervention der USA der ausschlaggebende Punkt. Die USA schickten am vierten Tag ihre Kriegsflugzeuge, als die ISIS ohnehin zum größten Teil überwunden war. Die Flugzeuge waren zur Einschüchterung der ISIS geschickt worden. Aber diesen Kampf haben eindeutig die Kurden gewonnen. Und zwar muss ich sagen, es sind die Guerilla der PKK, die Peschmergas der KDP und PUK (Patriotische Union Kurdistans), die gewonnen haben. Später dann mit der Unterstützung der YPG/YPJ ist es gelungen, das Gebiet innerhalb von zwei Wochen zum größten Teil von der ISIS zu befreien.

Inwieweit gelingt es, eine gemeinsame antifaschistische Front gegen die faschistischen Terrortruppen aufzubauen?

Die Schmerzen, die wir als Kurden in den Morden in Sindschar erfahren haben, haben uns dazu veranlasst, nach dem Angriff auf Maxmur am 7. August anders heranzugehen. Und zwar in koordinierter Arbeit das Gebiet zu verteidigen. Da ist es zum ersten Mal dazu gekommen, dass auf Drängen der PKK die KDP und die PUK gemeinsam Maxmur geschützt und verteidigt haben, das war ein Erfolg. Der Erfolg lag mehr im Politischen und Sozialen. Sobald die Menschen in Erbil und anderen Städten Irakisch-Kurdistans erfahren haben, dass die ISIS jetzt nach Maxmur vorgerückt ist, 45 Minuten von Erbil entfernt, haben die Menschen angefangen, Erbil in der Nacht zu verlassen. Aber als sie am nächsten Morgen erfuhren, dass gemeinsam gekämpft wird, sind die Menschen zurückgekommen und haben gesagt, wenn die PKK da ist, dann sind wir geschützt.
Das gleiche fand in Kirkuk, statt, wohin die PKK ihre Guerilla im Einvernehmen mit der kurdischen Regierung geschickt hat. Es wird jetzt versucht, an vielen Fronten gemeinsam Verteidigungsstrategien zu entwickeln. Ich denke, der Erfolg geht nicht nach Washington, sondern an die Kurden selbst. Natürlich war es wichtig, dass internationale Unterstützung im humanitären Bereich sofort zugesagt worden ist. Also es gab eine immense Solidarität, auch von NGOs von der Zivilgesellschaft in Europa. Aber auch aus der Haltung der Staaten kommt die Botschaft heraus, das ist jetzt zu viel.
Die ISIS muss radikal bekämpft werden und deswegen ist es wichtig, dass die Völker, sobald sie mit der ISIS konfrontiert werden, in der Lage sind, sich zu schützen. Das wird über Milizen gemacht werden, Freiwillige, die sich bereit erklären, sich zu organisieren. Tausende von jungen Männern und Frauen werden jetzt in Sindschar ausgebildet, eine Milizenschaft mit dem Namen YBS (Einheit der kurdischen Ezidi), ein natürlicher Selbstschutzmechanismus.

Was sind die besonderen faschistischen Terrormethoden der ISIS/“IS“?
Bei der ISIS basiert ihre Kriegsführung zu einem großen Teil auf psychologischer Manipulation, das heißt, bevor sie kommen, geben sie bereits ihren Ruf über die sozialen Medien an die Menschen: „Wir kommen, um zu schlachten und eure Frauen zu rauben!“. Und es werden Aufnahmen von solchen brutalen Morden gezeigt. Dieses Konzept sieht vor, dass man zunächst die Moral des Gegners bricht und einen Angstzustand erzeugt. Militärstrategisch setzt die ISIS auf die Strategie, einen Krieg ohne zu kämpfen zu gewinnen. Ihre Kämpfer richtet sie ideologisch auf den Salafismus aus. Es geht hier um einen unvorstellbaren Fanatismus, bei der die ISIS sehr viele Selbstmordattentäter rekrutieren kann.
Den Peschmergas ist die ISIS mit dieser Identität fremd. Das war leider einer der Gründe, warum die Peschmergas, ohne die Leute zu schützen, diese am 3. August am frühen Morgen verlassen haben und nur sich selbst retten wollten. Die ISIS mit ihrer Einschüchterungsmanipulation verübt nach eigenen Aussagen „in der Tradition des orthodoxen Islam“ brutale Akte, die im Grunde nichts mit dem Islam zu tun haben. Die ISIS nährt den Boden für Islamophobie.
Eine der wichtigsten Einschüchterungsmethoden der ISIS ist der Raub von Frauen und Vergewaltigung, auch weil sie wissen, dass Frauen in unserer Region, also auch in Irakisch-Kurdistan, als Ehre der Familie, des Stammes und des Mannes gelten. Diese systematischen Vergewaltigungszeremonien und Raub von Frauen sind Bestandteil ihres Verständnisses von Kriegsbeute, was sie als „ganimet“ bezeichnen. Dadurch schüchtern sie die Menschen ein, nicht Widerstand zu leisten, denn die Message ist, „wenn ihr Widerstand leistet, wird das euren Frauen passieren“. Wir sprechen hier von einem systematischen Feminizid, d. h sexistischem Terror. Geraubte Frauen und Kinder (Mädchen) werden auf öffentlichen Auktionen in Mossul und Tel Afar versteigert.
Sobald man hört, die ISIS ist irgendwo in der Nähe, fliehen die Menschen. Dem waren weder die Peschmergas noch die politischen Parteien noch die Bevölkerung Irakisch-Kurdistans gewachsen, weil sie in den letzten zwei Jahren zum größten Teil die Augen gegenüber den Entwicklungen im syrischen Teil Kurdistans geschlossen hatten. Bis auf einige Parteien wie die PUK (Patriotische Union Kurdistans).
Außerdem hat die KDP ein strategisches Bündnis mit der Türkei. Deshalb war sie relativ gelassen, weil sie davon ausging, das Bündnis mit der Türkei würde sie vor ISIS-Angriffen schützen, da die Türkei über verschiedene Wege die ISIS unterstützte.

Eine Frage wird in den Medien in Deutschland meist ausgeblendet: Wer unterstützt eigentlich die ISIS/„IS“ und warum?
Die Türkei war einer der Unterstützer der ISIS. Die Türkei hatte von vornherein die Konzeption, „wir werden es verhindern, dass die Kurden in Syrien eine Autonomie erlangen“, und hat dieses auch, zuvor über die Al Nusra, aber seit einem Jahr über die ISIS versucht zu verhindern. Die ISIS ist ein Instrument der sogenannten sunnitischen Front, die im Hintergrund von verschiedenen Staaten unterstützt wird, auch westliche Staaten sind indirekt mit im Boot. Die Frage ist, wer finanziert die ISIS? Woher bekommt sie diese ganzen Waffen? Sie verfügt über schwere Artillerie und diese Artillerie ist nicht nur aus Mossul. Vor Mossul hat sie auch mit schwerer Artillerie in Syrien gegen die Kurden gekämpft. Woher kommen die ganzen Kämpfer, wie können sie die Grenzen einfach problemlos passieren? Die Grenze von der Türkei nach Syrien, die Grenze vom Irak nach Syrien. Wer erlaubt es ihnen? Die Grenze von der Türkei nach Syrien ist sehr stark kontrolliert, wie passiert es dann, dass sie so freien Lauf haben, die Grenze zu passieren? Oder die meisten fliegen über Istanbul aus europäischen Ländern ein. Warum werden diese Anwerbungen in europäischen Ländern nicht verhindert? Während die Türkei als NATO-Mitgliedsstaat die ISIS unterstützt, spricht man von der finanziellen Unterstützung aus Saudi-Arabien, Jordanien, Katar, den Golfstaaten. Alle diese Staaten sind enge Bündnisstaaten der USA und auch der EU.
Zwei Jahre lang haben sowohl die USA als auch viele europäische Staaten vor dem Terror der ISIS in Rojava die Augen zugedrückt. Und die Türkei ist auch nicht ausreichend gerügt oder kritisiert worden, wegen ihrer Haltung zur Unterstützung der ISIS oder anderer Staaten. Aber das Problem der ISIS ist noch lange nicht geklärt, weil sie ein Instrument ist. Jeder kann sie missbrauchen, der Einfluss auf die ISIS hat, inklusive auf indirekte Weise westliche Staaten. Dieses Instrument richtet sich dagegen, dass es zu einem neuen arabischen Frühling kommt oder einem kurdischen Frühling oder einem assyrischen Frühling. Dieser Krieg ist ein Krieg gegen die Völker, gegen die Frauen hier in der Region.
Ein anderes Problem hier ist, dass die ISIS in Irakisch-Kurdistan gefördert, unterstützt und auch politisch gelenkt worden ist von ehemaligen Saddam-Anhängern, ehemaligen hochrangigen Offizieren aus der Saddam-Armee. Diese fanden Nährboden bei den sunnitischen Arabern, die aufgrund der schiitischen irakischen Maliki-Regierung sowohl politisch als auch wirtschaftlich diskriminiert wurden. Das heißt, die wirtschaftliche Lage der sunnitischen Araber in Städten wie Felluca, Anbar und Mossul war sehr schlecht. Das heißt, die politische und wirtschaftliche Diskriminierung hat zu einem Elend unter diesen Menschen geführt, was auch eine Basis für die Unterstützung der ISIS geschaffen hat. Nach den landesweiten Wahlen im Irak im April hatte Maliki erneut Stimmen zugelegt. Die Reaktion der sunnitischen Araber waren die Aufstände in Felluca und Anbar. Es war eine Frage der Zeit, dass Ähnliches in Mossul hätte passieren können. Die ISIS-Führung besteht zum größten Teil aus irakischen Arabern, die hohe Ämter während Saddam bekleideten und aus dem Irak nach Syrien geflohen waren. Die Grundsteine der ISIS sind einst im Irak gelegt worden. ISIS konnte die sunnitisch-arabischen Stämme für sich gewinnen, da sie ihnen „ganimet“, also Kriegsbeute und erneute sunnitische Herrschaft, versprach. Gerade auch in Sindschar wurden viele sunnitisch-arabische Stämme dadurch motiviert, dass sie teilhaben werden an der Kriegsbeute. Dazu zählte nicht nur Eigentum von den Kurden, sondern auch die Frauen und Kinder der Kurden. Das ist einer der Gründe gewesen, warum man viele der sunnitisch-arabischen Stämme motivieren konnte.
In Syrisch-Kurdistan hat man ein anderes „Experiment“ vorgenommen. Alle Völker dort, alle Religionsgemeinschaften sind nicht über eine kurdische Führung politisch entmündigt worden, sondern das Gemeinsame ist in den Vordergrund gestellt worden. Auch viele sunnitische Araber sind im syrischen Teil Kurdistans mit in diesem autonomen Kanton, sitzen in Entscheidungsgremien. Im Irak entwickelt sich unter Kurden und anderen Nicht-Arabern dagegen eine anti-arabische Stimmung und das ist sehr problematisch dort. Es ist zwar ein Fakt, dass viele arabische Stämme gerade bei den Morden an den Yeziden mitgemacht haben, aber genauso gab es auch in Maxmur, das nach Sindschar angegriffen worden ist, nachbarschaftliche Verhältnisse. Aber aufgrund dieser Geschichte mit der Kriegsbeute ist es dann so gewesen, dass viele Araber mitgemacht haben bei den Morden an den Kurden. Für uns vom Kurdischen Nationalkongress ist es nach wie vor wichtig, die Menschen im Sinne der Völkerfreundschaft aufzuklären und zu organisieren.

Interview aus „Rote Fahne“: http://www.rotefahne.info



Zitate zum Thema Kommunismus

„Den Kommunismus hat es nie gegeben. Er ist die Traumvariante von einer Idee, dass die Menschen sich besser vertragen. Kommunismus ist schön, aber wenn wir nicht beten, können wir den Weg dorthin nicht beschreiten.
Dass jetzt ein solcher Aufschrei durch die bürgerlichen Parteien geht, bestätigt, was Thomas Mann gesagt hat: „Der Antikommunismus ist die größte Torheit des Jahrhunderts.“ Die Herrschenden haben Angst, dass sich die Idee vom Kommunismus weiter vorbereitet.“

Peter Sodann, Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant

„Ich habe den Eindruck, dass dass Thema im Moment durch Medien wie „Spiegel“, „Stern“ und andere zu einer Kampagne genutzt wird. Ich halte es mit dem bekannten Gedicht von Martin Niemöller. Diesem kann ich von meinem Grundverständnis her zustimmen. Ich war und bin persönlich immer Anti-Antikommunist gewesen. Meine erste Demonstration war eine Solidaritätsdemo für einen Lehrer, der Berufsverbot bekommen hat, weil er Kommunist war.“
Tobias Pflüger u.a. Mitglied im Parteivorstand von „Die Linke“ und Vorstandmitglied der DFG/VK

„Es entbehrt nun wirklich alles Sinnes, wenn man den Marxismus mit dem „Gedankengut“ des Dritten Reiches, wenn man einen Mann von dem Format von Joseph Stalin mit solchen Scharlatanen wie Hitler (…) es gewesen sind, auch nur einen Augenblick im gleichen Atem nennen wollte.“
Der Theologe Karl Barth (1886 – 1968), Autor des wichtigsten theologischen Werkes des 20.Jahrhunderts „Kirchliche Dogmatik“ in seiner Schrift „Kirche zwischen Ost und West“, 1949

„Ich habe wiederholt betont, dass die Zivilisation nur auf Grundlage des Kommunismus möglich ist.“
George Bernhard Shaw (1856 – 1950), englisch-irischer Dramatiker und Literatur-Nobelpreiträger auf dem Sterbelager.

„Ich kam zum Kommunismus ohne das geringste Zögern, da ich letztlich immer dabei gewesen war. (…) Ich bin immer im Exil gewesen. Jetzt bin ich es nicht mehr; bis Spanien mich endlich wieder willkommen heißen kann, hat mich die Französische Kommunistische Partei mit offenen Armen aufgenommen. Ich habe dort all jene gefunden, die ich am meisten schätze (…) und all diese Gesichter, so schön, der Pariser, die ich während jener Tage im August bewaffnet gesehen habe. Ich bin einmal mehr unter meinen Brüdern.“

Der spanische Maler Pablo Picasso gegenüber der amerikanischen kommunistischen Zeitschrift New Masses

„Der Antikommunismus ist die größte Torheit des Jahrhunderts.“
Thomas Mann, Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger

„Die ökonomische Anarchie der kapitalistischen Gesellschaft heute ist meiner Meinung nach die eigentliche Ursache des Übels (…)
Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung auf seine zukünftige Karriere anzusehen.
Ich bin davon überzeugt, dass es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, begleitet von einem Bildungssystem, das sich an sozialen Zielsetzungen orientiert.“

Albert Einstein gegenüber der Zeitung „Monthly Review“ vom Mai 1949

Der Antikommunismus „ist niemals etwas anderes gewesen, als die billige Ausrede, um jede Verbesserung der menschlichen Lage in Verruf zu bringen.“
Heinrich Mann (1871 – 1950)

„Noch ist alles im Werden: der Verwaltungsapparat ist, da es noch an neuer Beamtenschaft mangelt, überorganisiert; die Industrie bedarf noch ausländischer Ingenieure und Spezialisten; die Landwirtschaft, vorwiegend das grundbesitzende Kulakentum, sträubt sich noch gegen die Kollektivierung (…) Wenn aber dieses gewaltigste aller historischen Experimente gelingt – und die Gründe dafür sind stärker als Einwand – , so beginnt, weiterwirkend, eine neue weltgeschichtliche Epoche. Und jeder parteipolitisch unvoreingenommene Betrachter wird diesem zuversichtlichen Volke, das aus fast 200 Nationen besteht und um die gerechte Verteilung der Existenzmittel kämpft, vollen Erfolg bis an die Grenze des Möglichen wünschen.“

Erich Kästner, Reisebericht aus Moskau im Jahr 1930

„Gegenüber der kapitalistischen Arbeitsproduktivität bedeutet der Kommunismus eine höhere Arbeitsproduktivität freiwillig, bewußt, vereint schaffender Menschen, die sich der fortgeschrittenen Technik bedient (…)
Der Kommunismus beginnt dort, wo einfache Arbeiterin selbstloser Weise, harte Arbeit bewältigend, sich Sorgen machen um die Erhöhung der Arbeitsproduktivität, um den Schutz eines jeden Puds getreide, Kohle, Eisen und anderer Produkte, die nicht den Arbeitenden persönlich und nicht den ihnen „Nahestehenden“ zugute kommen, sondern „Fernstehenden“, d.h. der ganzen Gesellschaft in ihrer Gesamtheit, den Dutzenden und Hunderten Millionen von Menschen, die zunächst in einem sozialistischen Staat vereinigt sind und später in einem Bund von Sowjetrepubliken vereinigt sein werden.“

Wladimir Iljitsch Lenin, veröffentlicht in der Zeitung „Kommunistitscheskij Subbotnik“, 11. April 1920



Lob des Kommunismus

Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.
Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.
Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen,
Aber wir wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen.
Er ist keine Tollheit, sondern
Das Ende der Tollheit.
Er ist nicht das Rätsel,
Sondern die Lösung.
Er ist das Einfache,
Das schwer zu machen ist.

(Bertolt Brecht)